Donnerstag, 8. Oktober 2015

PROBLEME MIT DER DARSTELLUNG


Ich habe gesehen, dass Sonderzeichen falsch dargestellt werden (obwohl ich den Tahoma-Zeichensatz verwendet habe).

Notfalls kann man mich unter a8201399@unet.univie.ac.at fragen, wie der Originaltext lautet.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

ALLE EINHEITEN VORHANDEN, DIE ICH HABE

Ich habe jetzt alles ins Netz gestellt, was ich zur Verfügung habe. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand im Gegenzug die fehlenden Einheiten von 2009/10 oder den entsprechenen Stoff der aktuellen Vorlesung zur Verfügung stellen würde, da ich im Jänner oder März die Prüfung machen möchte. Ich würde die Inhalte notfalls an Ort und Stelle kopieren.

Amann Karthager 10. und letzte Einheit


26.1.2010

Der Erste Punische Krieg brachte empfindliche Verluste für Karthago (241 Verlust von Sardinien, 238 von Sardinien und Korsika), daher sind neue finanzielle etc. Quellen nötig, die in Spanien gefunden wurden.

Die Punisierung und Eroberung Spaniens erfolgte durch Hamilkar Barkas, dt. der Blitz nach seinen Leistungen im Ersten Punischen Krieg, seine Familie (vor allem die Söhne) wurde danach Barqiden genannt

237 wurde er mit dem Großteil des Heeres von Senat und Volk nach Spanien geschickt.

In wenigen Jahren wurde das Barqidenreich errichtet

Hannibal schon 237 mit 9 oder 10 Jahren dabei (* 247/6)
Die ersten Jahre häufig im Hauptquartier Gadir, Ausbildung durch karthagische und zwei griechische Lehrer für Unterricht in der griechischen Sprache und Bildung

Hamilkar gefallen 229 in einer Auseinandersetzung mit iberischen Stämmen, Nachfolger Hasdrubal, sehr fähig

Gründete Carthago nova an der spanischen Ostküste, punisch qart
adašt, Name programmatisch, als Hauptstadt des spanischen Reiches gegründet

Trotz Zwist zwischen den Barqiden und den neidischen Oligarchen in Karthago handelte es sich nicht um ein barqidisches Privatreich, sondern um ein neues Standbein der Karthager, 慨敢
haben beide Seiten auch so gesehen

Durch die jährlichen Silberlieferungen großen Ausmaßes war es möglich, die Kriegskontributionen zu bezahlen.

Dadurch wurde Rom bald misstrauisch und es wurden Sicherheitsbedenken laut
Rom hatte in den frühen 20er Jahren des 3. Jahrhunderts Probleme mit den Kelten in Norditalien nördlich des Apenníns, daher waren sie beschäftigt mit der Unterwerfung der Kelten und brauchten den Rücken frei

226/5 handelten der römische Senat und Hasdrubal den Ebrovertrag aus, der die Nordgrenze der karthagischen Interessenssphäre in Spanien wurde
Karthago durfte den Fluss nicht mit einem Heer Richtung Norden überqueren
Rom mischte sich nicht in die karthagischen Angelegenheiten südlich dieser Grenze ein (Pol. 2, 21. 13, 7?)

In der Forschung Diskussion, welcher Fluss der Iberus ist, der Fluss sei ein südlicherer gewesen, heute ist die allgemeine Meinung, dass der Iberus im Vertrag tatsächlich der heutige Ebro (antik: Iberus)ist

221 wird Hasdrubal heimtückisch ermordet, sein Nachfolger ist Hannibal, die wurde in der karthagischen Volksversammlung bestätigt, da er sehr beliebt war, geschah dies ohne Probleme

Bei den antiken Autoren steht, dass Hannibal vor der Abfahrt nach Spanien im Tempel geschworden hätte, immer ein Feind der Römer zu bzw. nie wohlwollend gegenüber Rom zu sein (Livius, Nepos, Poybios), römische Propaganda, wahrscheinlich nicht real

Zunahme der Spannungen mit Rom, 221 war die Keltengefahr durch Rom weitgehend beseitigt, einen neuer Konflikt durchzustehen war wieder möglich

Sagunt lag an der spanischen Ostküste, südlich des Ebro, daher im karthagischen Einflussgebiet, Rom schloss jedoch einen Schutzvertrag mit Sagunt, ein klarer Verstoß gegen den Ebrovertrag
Rom sah sich durch den Vertrag mit Sagunt gut abgesichert
Hannibal belagert 219 8 Monate lang Sagunt und erobert es. Die Oberschicht wurde, wie in der Antike üblich nach längeren Belagerungen, niedergemetzelt

Die Römer regen sich auf, jedoch haben sie während der Belagerung nichts getan, um Sagunt zu helfen, kein Entsatzheer geschickt, wendet sich jedoch an den karthagischen Senat und fordern Wiedergutmachung und die Auslieferung Hannibals. Dies wird abgelehnt, 218 erklärt Rom Karthago den Krieg mit der Begründung, dazu sei es aufgrund der Beistandspflicht gegenüber Sagunt verpflichtet. Dies war ein Vorwand, da Rom Sagunt nicht geholfen hat, es soll einen Anstrich eines bellum iustum geben

2. Punischer Krieg (auch Hannibalischer Krieg)

Hannibal einer der berühmtesten Feldherren überhaupt (wie Alexander der Große, Caesar)

Hannibal rechnet mit einem Zweifrontenkrieg Roms gegen Karthago (römische Angriffe auf Spanien und Karthago)

Karthagisches Heer auf dem Seeweg nach Italien: nur mehr wenig Schiffe zur Verfügung, würde zu lange dauern
Daher über den Landweg über den Norden nach Italien, dies wurde gleich umgesetzt: Spanien, an der südfranzösischen Küste, dann das Rhonetal aufwärts, von dort nach Osten, über die Alpen, nach Norditalien. Es besteht Unsicherheit über die genaue Route und den von Hannibal gewählten Alpenpass

Hannibals Bruder Hasdrubal bleibt als Oberkommandierender über Heer und Flotte in Spanien

Laut antiken Autoren hatte Hannibal 50.000 Fußsoldaten, Reiter und 40 Kriegselefanten zur Verfügung.
Er kam im Herbst in die Alpen, da es zu 2 – 3monatigen Verzögerungen gekommen war
Das Heer erlitt hohe Verluste (viele Angriffe der Alpenstämme, Kälte und Schneefälle im Winter), fast alle Elefanten starben

Noch 218 erreichte Hannibal die Poebene, wo er diplomatische Kontakte vor der Ankunft in Oberitalien zu den norditalischen Kelten hatte und Verstärkung erhielt
Ende 218 Ticínus in der Lombardei, Sieg Hannibals und Trébia weiter südlich
Nach beiden Schlachten ließ Hannibal die römischen Bundesgenossen frei mit der Botschaft, Hannibal ziehe nur gegen Rom und sie sollten für ein Bündnis mit Karthago werben

Hannibal sah Roms Stärke im unendlichen Reservoir an Soldaten in den Bundesgenossen, setzte hier an

Er zog nach Süden über den Apennin, es handelt sich zwar um ein kleineres Gebirge, die Überquerung war aber dennoch sehr entbehrungsreich und er verlor ein Auge

217 fand eine große Schlacht am Trasimenischen See statt, an dessen nördlichen Ufer geht das römische Heer in eine Falle und wird fast zur Gänze aufgerieben in einer Enge zwischen Sümpfen und dem See, das römische Heer kann sich nicht entfalten

Hannibal jetzt eine heftige Diplomatie in Richtung Etrurien, bis auf wenige etruskische Städte bleiben fast alle im Prinzip loyal
Etruskische Södner im karthagischen Heer laut Inschriften

Hannibal hätte Rom direkt angreifen können, er zieht jedoch an der Adria entlang nach Osten, von dort nach Süditalien, er plünderte und verwüstete die Gebiete von romtreuen Städten

August 216 mannreichstes Zusammentreffen bei Cannae in Apulien, die Heere beider römischen onsuln mit 80.000 Mann und 6.000 Reitern, die Karthager mit 40.000 Mann Fußvolk und 10.000 hervorragenden Reitern. Glorreicher karthagischer Sieg durch die hervorragende Taktik Hannibals
Das Heer erstickt an seiner eigenen Masse zwischen zwei karthagischen Flügeln

Die Römer sind nun ungeschützt ohne Heer, Rom und jeder erwartet Hannibals Marsch auf Rom
Hannibal tut es nicht, einer seiner Unterführer: Du verstehst zu siegen, aber nicht, den Sieg zu nutzen
Gründe waren schon in der Antike unbekannt, damals Eroberung möglich
Mögliche Erklärung: Er wollte keinen Vernichtungskrieg gegen Rom führen, sondern Rom nur in die Schranken weisen

Es fällt eine Reihe von Bundesgenossen von Rom ab und gehen zu Hannibal über, vor allem im Süden, vor allem Apulien, einige Samniten-Stämme, besonders schmerzhaft für Rom: Capua, mächtigste Stadt der Kornkammer Kampanien, war 216 das karthagische Winterlager und wurde zum wichtigsten karthagischen Stützpunkt
214 fällt Syrakus von Rom ab, 213 Tarent

216 – 216 war die Lage eher für die Karthager günstig

216 Friedensangebot Hannibals an Rom, das Rom ablehnt

Rom rettet sich durch strategisches Hinhalten, notdürftig ein Heer aus Bauern aufgestellt, gehen Schlachten und offenen Auseinandersetzungen mit Hannibal und seinem Heer aus dem Weg, dies war die einzig mögliche Taktik unter Q. Fabius Maximus Cunctator, genau die richtige Politik für Rom, die Folge ist ein Stellungskrieg

Hannibal schafft es nicht zu einer weiteren offenen Auseinandersetzung, sucht Verbündete außerhalb Italiens
Im Osten Makedonien unter König Philipp V (Großreichspolitik, Interessen in Ägypten), sieht Vorteile in einem Bündnis mit Hannibal Vertragstext Pol 7, 9 (wurde von Dr. Amann vorgelesen)
zwischen Hannibal, Makedonien
vor Zeus, Hera, Apollin, Ares, Triton, Poseidon, Genius von Karthago, im Original Baal Hammon, Tinit, Reshep…, Sonne, Mond, Flüsse, Wasser, alle Gottheiten, die über Griechenland, Makedonien und Karthago herrschen
Freundschaftsbündnis, Bündner Makedonien und Bundesgenossen, sowie Karthago, Utica und Bundesgenossen, Kelten, Ligurer und künftige Bundesgenossen, diese lange Aufzählung daher, weil wenn ein Name vergessen wird, ist dieser nicht eingeschlossen
Philipp, Makedonien, Griechenland Schutz und Beistand von Karthago, keine Ränke, kein Hinterhalt, Eifer, ohne Arglist, Gegner Roms sein, Im Krieg Karthago – Rom sollen die Götter Makedoniens und Karthagos den Sieg geben
Ein mit den Römern von Karthago eventuell geschlossener Freundschaftsvertrag muss Makedonien einschließen, Rom darf nicht Herr in Kerkyra, Illyrien und dem nördlichen Balkangebiet sein, Demetrios von Pharos, ein Bündner Makedoniens, soll alles erhalten, was Rom erobert hat
Änderungen des Vertrages nur nach gemeinsamen Entscheid

Hat für Hannibal so gut wie nichts gebracht, Rom versucht ab 211 im Ostmittelmeergebiet, Balkan, Griechenland und Makedonien Bündnisse zu schließen, 205 schließt Rom einen Friedensvertrag mit Philipp V, damit steht Hannibal wieder alleine da, Römer ziehen Griechenland auf ihre Seite

Ab 211 Änderungen zugunsten Roms, bisher Hannibal in der stärkeren Position

Capua wurde zurückerobert, Hannibal versucht, Capua zu helfen durch einen Marsch auf Rom, damit Römer gegen Rom ziehen, der römische Feldherr erkennt den Trick und erobert Capua (wird schwer bestraft und die Oberschicht niedergemetzelt)

Hannibal gehen die Ressourcen aus, da der Nachschub von Menschen, Waffen und Nahrung fehlt

Ab 209 wird der Krieg ausgeweitet durch die römische Invasion in Spanien
Bis 206 erfolgreicher Feldzug in Spanien, Barqidenreich fällt und wird militärisch unterworfen
Carthago nova wird erobert

207 versucht Hasdrubal, Hannibal mit frischen Truppen zu versorgen, im Sommer war die Alpenüberquerung für ihn leichter als für Hannibal, Hasdrubal wird vom römischen Heer abgefangen, unterliegt am Metaurus, karthagisches Heer von den Römern aufgerieben (Lage: Ostitalien in den Marken)

204 unternimmt der Senat eine weitere Offensive, nach Afrika, P. Cornelius Scipio anvertraut, der noch 2004 landet
204 römischer Sieg in Afrika, Karthago wird von Rom bedroht

203 wird Hannibal zurück gerufen
202 letzte kriegsentscheidende Schlacht in Zama/Nordafrika südlich von Karthago geschlagen, römischer Sieg durch Scipio, jetzt Africanus (Maior)

Langwierige Friedensverhandlungen
201 harter Frieden
-        Verzicht auf alle Besitzungen außerhalb von Afrika (vor allem Spanien), nächste römische Provinz, die ersten römischen Provinzen wurden auf Kosten Karthagos gegründet
-        hohe Zahlungen von 10.000 euböischen Talenten, ca. 270.000 kg Silber, zu zahlen in 50 Jahren
-        schmerzhaft: Flotte bis auf 10 Schiffe auszuliefern an Rom, die anderen Schiffe wurden auf hoher See vor Karthago von Scipio verbrannt
-        keine Söldneranwerbung
-        Karthago wird Bundesgenosse von Rom, innen autonom
-        Verbot von Kriegen außerhalb Afrikas, innerhalb nur mit Genehmigung des römischen Senats
-        Karthago stellt Geiseln aus Hocharistikratie

Karthago ist nur mehr Mittel- und Regionalmacht

Hannibal lebt als freier Mann in Karthago, beim Volk sehr beliebt, beim Feldherrengericht trotz ? vom Rat der 104 freigesprochen
196 Sufét, große Reformen, rigorose Finanzpolitik gegen Korruption und Hinterziehung, schwächt Rat der 104 (Adelsinstrument), die Mitglieder werden jetzt vom Volk auf ein Jahr gewählt, neue Kandidatur nach mindestens 1jähriger Pause, früher lebenslänglich, damit verlieren die 104 an Einfluß
Damit schafft sich Hannibal viele politische Gegner aus der aristokratischen Oberschicht, die Hannibal aus Karthago entfernen wollen, diese gehen nach Rom
Der römische Senat will ihn inhaftieren
195 flieht er von Karthago an den Hof des Seleukiden Antiochos III in Syrien, wird Militärberater
Seit 190 ist er ständig auf der Flucht vor der Auslieferung an Rom, jeder will sich bei den Römern beliebt machen
183/2 begeht er in Bithynien/Nordwestkleinasien Selbstmord, um der Auslieferung nach Rom zu entgehen.


KARTHAGO 3/2. JAHRHUNDERT

Karthago gehört zum hellenistischen Kulturkreis

Liegt auf einer Halbinsel (siehe Handout) von drei Seiten vom Meer gut geschützt, vor allem im Norden viel verlandet
Damals nur vom Westen aus zu erreichen
Beschreibung des Polybios, der selbst dort war: 1, 73, 4 gute Lage von Karthago
Ab 3. Jahrhundert noch weiter abgesichert durch Stadtmauern um gesamtes Stadtgebiet (vorher wahrscheinlich kleinere Mauer), im Westen dreifach gestaffelte Isthmos-Mauer, stärkste (Elefantenställe, Mannschaftslager in kleineren Häusern), starke Seemauer bei Kap Gammarth zur Gänze befestigt, Vorläufer seit 5. Jahrhundert, jetzt Türme, Wellenbrecher, weißer Stucküberzug als Machtdemonstration, Mauern im Norden und Süden gegen Meer, Verlauf nicht ganz klar (nur streckenweise rekonstruierbar) trotz Luftbildarchäologie
Landwirtschaftszone: großes Gebiet eingeschlossen
Strabo: 64 km, zu viel, 25 – 30 real, dennoch für Antike außergewöhnlich lang
3 Stadtteile
a)       zentraler und Ältester Byrsa
Tempel (Eschmun, zu ihm 60 Stufen, als Zitadelle ausgebaut, nichts erhalten, da die Römer die Hügelkuppe abgetragen haben
         In der Gegend Wohnviertel im Süden und Osten der Stadt
b)      Richtung zwischen Meer und Hafen Unterstadt
westlich und südlich des Hafens zwischen Byrsa und Hafen, eigentlich das alte Zentrum in der archaischen Zeit, in hellenistischer Zeit: Zentrum Agora (= zentraler Markt) möglicherweise hier, Tempel, öffentliche Verwaltungsgebäude (ganz schlecht ergraben), sehr dicht, enge Straßen, Häuser bis zu sechs Stockwerken, typisch?
Im Norden und Westen des Zentrums weitläufige Grabungen, Reicher Villenvorort, Gärten, agrarische Fläche, Tempel
Nekropolen in hellenistischer Zeit im Stadtgebiet
Hafenanlagen im 3. Jahrhundert so vorzufinden wie heute, möglicherweise erst nach dem 2.? Punischen Krieg, zum offenen Meer schmaler Kanal, am Hafen Handwerkerviertel (Keramik, Metall…)
Schätzungen der Einwohnerzahl archaische Zeit
540/30 30 – 35.000 (für damalige Zeit sehr groß)
Hellenistische Zeit (noch nicht systematisch ergraben, was Rückschlüsse auf die Einwohnerzahl erlauben würde, die Zahl der Sklaven wurde nie festgehalten)
Strabo (hat die Zahl eventuell von Polybios) 700.000
Modern 125/150.000 – 300/400.000
Jedenfalls explodierte die Bevölkerungszahl und Karthago war eine der größten antiken Städte


3. PUNISCHER KRIEG 149/6

Nur kurz und bedeutete das Ende des karthagischen Reiches

Durch die Reformen Hannibals erholt sich Karthago wirtschaftlich sehr schnell, politisch aber nicht mehr mächtig
Angebot an Rom, alle Schulden auf einmal abzuzahlen, von Rom abgelehnt, da es Karthago abhängig halten wollte.

Kriegsverbot, jedoch Grenzstreit mit Massinissa von Numidien, will Numidien auf Kosten Karthagos vergrößern, entriß Karthago Gebiete, die an Numdien kamen mit Billigung Roms, das Karthago hätte schützen müssen
151 neuer Einfall des Massinissa auf karthagisches Gebiet, Karthago will nicht mehr länger zusehen, beginnt einen Kriegszug, der nicht sehr erfolgreich war, jedoch Rom ist entsetzt

149 erklärt Rom Karthago den Krieg
Im römischen Senat gab es mit einer Fraktion, die Angst vor der Größe Karthagos hatte (M. Porcius Cato), obwohl Karthago politisch und militärisch erledigt, jedoch eine Wirtschaftsmacht war. Cato am Ende jeder Rede, egal worm es ging: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.
Dies trug 149 Früchte

War von Beginn an eine Vernichtungskampagne

Karthago wollte den Krieg nicht, jedoch stellte Rom unannehmbare Forderungen (Bewohner Karthagos sollten sich 20 km landeinwärts ansiedeln)

149/8 verliefen recht gut für die Karthager, da Rom nicht wirklich gut organisiert war

147 neuer Feldherr: P. Cornelius Scipio Aemilianus (Adoptivenkel des Africanus Maior, eigentlich aus der Familie der Aemilii)
Massive Belagerung von Karthago auf der Landseite, sperrt Hafeneinfahrt zum Handelshafen durch einen großen Damm, keine Versorgung von außen möglich
Im Februar 146 wird Karthago eingenommen über einen Durchbruch in der Mauer am Kriegshafen
6 Tage blutige Straßenkämpfe
Am 7. Tag Kapitulation, die restlichen Truppen begehen Selbstmord sowie die Frau des letzten Stadtkommandanten im Eschmun-Tempel
Scipio habe laut Polybios über das Schicksal Karthagos Tränen vergossen, Propaganda, andererseits war er Gegner der völligen Vernichtung Karthagos
Plünderung
10 Senatsmitglieder nach Afrika, die Stadt soll dem Erdboden gleichgemacht werden durch Abbrennen, Abreißen
Wiederansiedlungsverbot
50.000 Überlebende in alle Welt in die Sklaverei

Das bedeutet das Ende der Stadt und des Großreiches

Das Gebiet wird zur römischen Provinz Africa unter einem Statthalter
Romtreue Städte werden belohnt, karthagotreue zerstört
Steuerpflicht

Numidien Vasall, autonom durch die Gnade Roms

Siedlungsplatz Karthagos für 100 Jahre verödet

46 erste römische Kolonie unter Caesar
Unter Augustus erfolgt der städtische Ausbau
Das römische Karthago erlebt seine Blüte im 2. Jahrhundert nach Christus und wird die Hauptstadt von Africa
Die Lage Karthagos ist zu gut, um sie ungenützt zu lassen
Die Bevölkerung ist römisch und sind römische Bürger, es wird Latein gesprochen
Karthago ist in der Spätantike eine wichtige Stadt
439 von den Vandalen erobert
Die nächsten 100 Jahre vandalische Hauptstadt
533 wird Karthago byzantinisch


ANHANG

Serviceteil:

Prüfung:
Termin Dienstag, 2.2., 15 – 16 Uhr, Hs 34 oder mündlich ab März
Allgemeine Fragen, die allerdings nicht in 2 – 3 Sätzen zu beantworten sind.
Mitzubringen sind:
Matrikelnummer
Studienkennzahl
Prüfungscode, für den man die Lehrveranstaltung angerechnet haben will
Dr. Amann soll dennoch sehr genau prüfen, jedenfalls gibt es keine „leichten Scheine“, sie scheint auch Stichproben zu machen, wer von den Angemeldeten tatsächlich in der Vorlesung ist
Als Etruskologin legt sie sicher sehr großen Wert auf die Etrurien betreffenden Teile der Vorlesung und als Archäologin (ihr eigentliches Hauptfach) auch sicher ebenso großen Wert auf die archäologischen Teile (Kopien!!!)

Bücher etc. zum Hineinschnuppern, sie sind zumindest zum Teil an der UBW einzusehen/zu entlehnen, sie stehen zumindest teilweise auf der Literaturliste von Dr. Amann (die fett gedruckten Kommentare stammen von Dr. Amann):

Hannibal ad portas, Ausstellungskatalog, SEHR EMPFEHLENSWERT
Markoe, Die Phöniker
Huß, Geschichte der Karthager, Handbuch der Altertumswissenschaften, III 1985 (es erscheinen gekürzte Sonderbände mit Aktualisierungen) KLASSIKER!!!!!!!!!!!!!!
Huß, Karthago, (Beck-Wissen/Taschenbuch), laufend aktualisiert, FÜR DEN ÜBERBLICK
Ameling, Karthago (Habil zu einzelnen Themen)
Charles-Picard, Karthago (Altertumskunde)
Elliger, Karthago
Storm, Massinissa
Seiwert, Hannibal
Seiwert, Forschungen zu Hannibal (Stand der 90er Jahre)
Heftner, Der Aufstieg Roms
Bagnall, Rom und Karthago
Zimmermann, Rom und Karthago
Neue Hannibal-Biographien: Barcelo, Lancel, Karl Christ
Werke von Wolfgang Hameter und Markus Gerhold
Neuer Blickwinkel: Publikationen von Gerhard Böhm: Libyer, Sprache und Geschichte im Kanarischen Archipel I - III

Phöniker:
Michael Sommer, Europas Ahnen
Michael Sommer, Die Phönizier
Michael Sommer, Die Phönizier, Beck-Wissen (Taschenbuch)

Ansonsten:
Brigitte Ecker, Hannibal, (zugl. Seminararbeit Wien 1984), in UB vorhanden
Brigitte Ecker,
 HYPERLINK "http://www.unet.univie.ac.at/~a8201399/phoenikisch-punisch-homepage.htm"
www.unet.univie.ac.at/~a8201399/phoenikisch-punisch-homepage.htm
 erster und einziger einschlägiger Online-Sprachkurs, eigentlich ein studentisches Projekt für das Afrikanistik-Studium mit weiterführender Literatur
Phönizologisch-Punologisches Bücherbrett unter
 HYPERLINK "http://www.amazon.de"
www.amazon.de
 , zu ergoogeln
Hanno Periplus: gisaf.sil.at/periplus, angefangenes Projekt, wegen Budgetmangel eingestellt, Texte griechisch, deutsch und englisch, der Kommentarteil wurde vom GISAF-Webmaster nicht mehr ins Netz gestellt.


Viel Spaß in der Vorlesung und Erfolg bei der Prüfung.

Rückmeldungen, Anregungen etc. bitte unter:
 HYPERLINK "mailto:a8201399@unet.univie.ac.at"
a8201399@unet.univie.ac.at



Aufgrund leidvoller Erfahrungen an verschiedenen Studienrichtungen muss ich leider wegen einiger schwarzer Schafe diesen Passus einfügen:
Die Mitschrift wurde mit bestem Wissen und Gewissen so genau und umfangreich wie möglich erstellt. Die Benutzung erfolgt jedoch auf eigene Verantwortung. Die unveränderte Weitergabe ist erlaubt und erwünscht. Gegebenenfalls ist mein Name anzugeben. Veränderte Weitergabe und kommerzielle Nutzung sowie Verstöße gegen das Urheberrecht sind untersagt.

Aus rechtlichen Gründen kann ich die ausgeteilten Kopien, sofern ich Kopien besitze, nicht für die Mitschrift einscannen, vielleicht gibt es noch Kopien bei Dr. Amann oder ich kann meine Vorlagen kopieren lassen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Amann Karthager 9. Einheit


19.1.2010
Prüfung: Dienstag, 2. Februar, 15.00, Hörsaal 34, Dauer eine Stunde, Fragen allgemeinerer Natur, jedoch nicht in zwei Sätzen zu beantworten, sondern ausführlichere Antwort erwartet, wichtige Jahreszahlen verlangt (Himera, Pyrrhos in Italien und Sizilien, Karthago-Belagerung des Agathokles…), vorgetragener Stoff, Zusatzwissen günstig, kein zweiter schriftlicher Termin, nur mündliche Prüfung nach Vereinbarung

Kinderopfer bei griechischen und römischen Autoren
Oberschicht in punischen Städten in Krisenzeiten Kleinkinder dem Baal geopfert
Der Tóphet (Begriff aus Bibel, in der punischen Archäologie heiliger Bezirk an der Peripherie einer Stadt, Knochen von Kindern und Tieren, vor allem Lämmern in Tongefäßen), Säulen, Votivstelen (mit dem Großteil der Inschriften), bekanntester: Karthago-Salammbo im Süden der Stadt westlich des Handelshafens, 1921 entdeckt, 1922 ergraben, 50er Jahre wieder, letzte Kampagne 1975 durch die USA, schlecht dokumentiert, besser ergraben und dokumentiert: Mózia (sehr gut belegt), Sardinien/Tharros und Sulcis, Monte Siraí)
Heftige Diskussionen bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts
Kinderopfer wie in Kanaan (Altes Testament…) oder eines natürlichen Todes verstorbener Kinder, die man nach dem Tod verbrannt hat
Ältere Sicht ab 1920: Opferplatz, extra geopferte Kinder, Tophet bestätigt antike Autoren und den grausamen Charakter der Phöniker und Karthager, phantasievolle Ausschmückungen und rationale Erklärungen (Regulierung der Überbevölkerung, wegen hoher Kindersterblichkeit in der Antike nicht möglich), Antisemitismus
80er Jahre neue Sicht: Opfer moderner Mythos auf Basis antikarthagischer Propaganda, Beispiel: Silius Italicus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, Punica (Über die Punischen Kriege) 4, 763 – 829: Hannibal 217 kurz vor der Schlacht am Trasimenischen See, als ihn ein Bote einen Beschluss aus Karthago überbringt, dass er seinen Sohn Baal opfern solle, geschildert wird der Schock der Mutter, Hannibal weigert sich, er werde einen Sieg erringen und viele Gefangene an Stelle seines Sohnes Opfern, erfunden
Kinder Neugeborene oder Kleinkinder unter 1 Jahr aufgrund ihres Alters noch nicht Teil der Gesellschaft, daher kein Platz in einer Nekropole möglich (Moscati in einigen Artikeln), auch Totgeborene und Föten, in den eigentlichen punischen Nekropolen oft fehlend, keine normalen Nekropolen, eindeutig Heiligtümer, sehr zahlreiche Weihinschriften in 1000facher Ausführung, keine Grabinschriften, an Baal Hammon und Tanit, meist Dank für erhörte Bitten, Tieropfer, Altäre aus Stein, Brunnenanlagen, Kleinkinder Gottheit für den Schutz vor Dämonen der Unterwelt zurück gegeben, ev. mit der Bitte um ein neues Kind, eine Massenopferungsstätte für Kleinkinder ist auszuschließen
In Krisen, vor allem Kriegszeiten wurde tatsächlich eine nicht zu hohe Anzahl Kinder aus der Oberschicht geopfert (Quellenlage sehr alt und starke Überlieferung), wurde wahrscheinlich von der Oberschicht umgangen, laut Diodor wurden gekaufte Kinder, Sklavenkinder, sicher nicht eigene verhätschelte eigene Kinder geopfert
Priester mit einem Kind am linken Arm auf dem Handout vom 12.1.

Neben den Opfern als Bitte um den Wohlgefallen der Götter Weihegeschenke, ins Heiligtum Weihegeschenke mitgebracht, Vergängliches (Blumen, Früchte…) oder Dauerhaftes (kleinere Votivstatuetten aus Ton mit einfacher Darstellung der Gottheit, Keramikgefäße…), Inschriften: eigener Name, Name der Gottheit, zum Teil nur einige Buchstaben
Wichtig: Vitivstelen, viele Fälle aus dem Tophet (Stele auf dem Handout 12.1.) Karthago, Mozia, Sulci, über 1000 solche Stelen z. T. fragmentarisch verziert, Nische mit Gottheit, anthropomporph oder NACHSCHAUEN!!! z. T. Weihinschriften; Inhalt dokumentiert sakralen Akt, Name der Gottheit, Weihender, Opfernder, Sohn/Tochter des, geht z. T. bis Urgroßvater, Titel/Berufsbezeichnung, teilweise zu wessen Wohl, meist lebender Sohn geopfert wird

Personen- und Götternamen sehr gut dokumentiert
Funktionen der Götter schwer herauszufinden

Religiöse Feste: wenig über regelmäßige im Jahr zu erfahren, 4. Jahrhundert Frühlingsfest, 5 Tage lang, Opferung von Erstlingen (Lämmer, Pflanzen)

Heiligtümer: Tempel, dort Kulte für Götter vollzogen (Archäologie: rechteckig, Flachdach Gegensatz zu den Griechen, frontaler Zugang über Treppe, darin Kultbild(er) oder Steinpfeiler, meist nur von Priestern verehrt, nur diese durften Tempel betreten
Seit 4. Jahrhundert wird der griechische Einfluss stärker, beeinflusst auch die Grundrisse
Schlecht in Karthago, besser in den Kolonien, vor allem in Sardinien und Sizilien (dort mehr punische Archäologie als in Karthago selbst)
Einrichtung eines Heiligtums besonders gottgefällig, oft von der Oberschicht privat finanziert, teilweise auch öffentlich finanziert
Heilige Plätze ohne große monumentale Bauten, öffentlich verehrt, Tophet, Grotten, Höhlen, Palermo chthonische Gottheiten (die Erde betreffend)
Kultstätten, kleine Nischen, Altäre mit Götterstatuen in Privathäusern für Schutz der Familien

Jenseits: geglaubt an ein Weiterleben nach dem Tod (Antike allgemein, nach dem Tod in eine andere Welt übertretend)
Sehr häufig Körperbestattung (Inhumation), später auch Kremation, Familien zum Teil beides nebeneinander
Jahrhundert beides nebeneinander
in Tophets nur Kremation, in früheren Phasen Körperbestattung
Erwachsene fast alle Inhumation
Mumifizierung: nicht vorkommend trotz Nähe zu Ägypten, offenbar für die punischen Glaubensvorstellungen nicht wichtig
Harzbad für Totenfeierlichkeiten, Salbung für Totenfeier
In späterer Zeit schön gefertigte Sarkophage aus Stein, menschlich gestaltet, Idealgesicht des Verstorbenen, später liegende Gestalten (Anthropoide Sarkophage), Grund: Ägyptischer Einfluss, Einflüsse aus Griechenland und Italien, sehr kostspielig
Tod verlässt Körper in Gestalt eines Vogels, möglicherweise Seelenvogel in Darstellungen, über das Jenseits wenige Informationen
Mehr Informationen über Grabstätten: außerhalb der Siedlung, angelegt in den Hügeln, zunächst Gruben, dann Schachtgeäber, bald Kammergrab aus dem Felsen gehauen oder aus Steinen aufgebaut für die Familie über mehrere Generationen, reiche Beigaben (Tongefäße, vor allem griechische, Schmuck, alltägliche Gebrauchsgegenstände, Toiletteartikel, Kämme, Rasiergegenstände, Körperpflege, Öle, Amulette auf oder neben dem Toten zum Schutz vor Dämonen, Waffen)
Ab dem 5. Jahrhundert Beigaben im allgemeinen weniger zahlreich in der gesamten antiken Welt werdend und weniger wertvoll aufgrund geänderter Jenseitsvorstellungenn abstraktere Vorstellungen, seit dem 5./4. Jahrhundert mehr symbolisch (Amulette, nur für Grabzwecke hergestellte Gegenstände)
Grabinschriften: Name des Verstorbenen, bei hoher Abstammung bis in das 6. Glied, (bis ins 3. Glied Urgroßeltern) in männlicher Linie, Beruf
Tonmasken (Handout von 12.1.), lebensgroß bis leicht unterlebensgroß, seit 7. Jahrhundert, auf Wänden aufgehängt, teilweise auch in den Häusern, hässliche Gestalten mit Grimassen, weit aufgerissenen Augen, meist männlich, Dämonen aus dem Jenseits, sollen Angst erzeugen, dadurch Abwehr, kleine Imitationen auch an Halsketten

BEZIEHUNGEN ZU ROM

Vom 3. Jahrhundert bedeutend, führen zur Zerstörung Karthagos 146
Quellenlage gut im Gegensatz zur innerkarthagischen Entwicklung in Nordafrika, Nachteil: fast ausschließlich römische oder römisch beeinflusste Quellen transportieren die römische Sicht, antikarthagisch, nicht neutral
Sehr wahrscheinlich karthagische Aufzeichnungen (Archive der großen Adelsfamilien, in späterer Zeit karthagische Geschichtsschreibung), nichts erhalten
Hannibal auf den Feldzügen zwei griechische Biographen auf den Feldzügen, sie mussten die historischen Ereignisse aufschreiben und eine Biographie Hannibals
Livius: Hannibal hätte nach dem 2. Punischen Krieg eine lange Inschrift erstellen lassen, punisch und griechisch über den Zweiten Punischen Krieg und seine Heldentaten, in Karthago aufgestellt

Rom seit der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts, von ca. 340 sehr bestrebt, seinen Einflussbereich auszudehnen, daher Kriegszüge
In den Jahren 340 – 270, einem Zeitraum von 70 Jahren, Rom erobert Mittel- und Süditalien, sein Einflussbereich a) Annexion zum römischen Staatsgebiet, römische und latinische Kolonien b) Bundesgenossen, „Befriedung“
280 – 275 Pyrrhos abgewehrt, hat Rom viel Kraft gekostet, 275 verlässt Pyrrhos Italien, ohne etwas erreicht zu haben
Danach die letzten freien Griechenstädte
272 Tarent, die letzte große, in römischen Machtbereich, damit unumstrittene Großmacht auf der Apenninhalbinsel, es fehlt nur Oberitalien
Handout von heute: grau meliertes Gebiet: Rom vor dem Ersten Punischen Krieg
Bis 270 letzte süditalische Griechenstadt erobert

Bis dahin keine große Reibungsfläche mit Karthago, neutrale, freundschaftliche, wohlwollende Beziehungen
Rom Landmacht in Italien
Karthago Seemacht, Handel
Wichtige Quelle: Polybios 1, 7, 12: Rom bis zum Ersten Punischen Krieg keine Erfahrung als Seemacht, übertrieben, da Kriegsschiffe auf dem Tiber gefahren sind
Karthagische Einflußzone auf den vorgelagerten Inseln (Sardinien, Sizilien, gehörte damals noch nicht zu Italien)
Vertr (Handelsvertr) weiter gef
römisch-karthagischer Vertrag, wahrscheinlich 5. Jahrhundert
römisch-karthagischer Vertrag, aus der Zeit um 348, Überlieferung Polybios, Livius, Diodor), Erneuerung des ersten Vertrages, Karthago auf dem Höhepunkt seiner Macht, in vollster Blüte, Rom schwächelt, enorme Probleme in Latium, Verschlechterung für Rom im Vergleich zum ersten Vertrag, Handelsbedingungen typisch punisch-karthagische Vorbilder. Rom Handel in Sizilien und Karthago selbst wie im ersten Vertrag, keinen mehr in Libyen und Sardinien, was eine deutliche Verschlechterung bedeutet, Karthago war damals eine Großmacht, Rom eine regionale Macht mit Problemen
überlieferter 3. oder 4. Vertrag (Livius 4. Verträge, Polybios 3.), sehr diffizil, deutliche Änderung der Lage, Expansion von Rom, Teile Mittelitaliens unterworfen, Karthago sichert sich Sizilien (Römer dürfen nicht in Sizilien eingreifen), Karthager dürfen dagegen in Festlandsitalien kein Einfluss ausüben
279/8 „Pyrrhos-Vertrag“, zwischen Rom und Karthago, Frage: Wie geht man mit Pyrrhos um? Im Fall des Angriffs des Pyrrhos auf einen der Vertragspartner muss der andere ihm Beistand leisten, Karthago primär durch das Beistellen von Schiffen

Vor dem ersten Punischen Krieg reicht das römische Einflussgebiet bis unmittelbar vor Sizilien (Kalabrien)
Daher Konfrontation zwischen Rom und Karthago nur eine Frage der Zeit

3 „Punische Kriege“ zeigt römische Sichtweise

Punischer Krieg 264 – 241

Auslöser: Sizilien Zankapfel Messána/Messina an der Nordostecke von Sizilien
Söldner angeworben auch in Süditalien, oskische Söldner „Mamertiner“/Söhne des Mars, Söldnertruppe von Agathokles angeworben, der 278 stirbt, die arbeitslosen Söldner erobern Messina und töten einen Teil der Einwohner, die Mamertiner werden dort sesshaft und werden Herren der Stadt, es kommt zu einem Streit mit Syrakus, das vor den aggressiven Söldnern Angst hat?, dieser Zustand dauert Jahre?

264 gab es eine neue Attacke von Syrakos auf Messina, die Mamertiner suchen Verbündete
Möglich sind Rom aus dem Norden und Karthago aus dem Süden
Zunächst wenden sie sich an den römischen Senat, der Hilfe zusagt, die aber nicht rechtzeitig eintrifft. Dies wäre ein Bruch des Vertrags von 306
Darauf wenden sich die Mamertiner an Karthago, das Truppen schickt
Die römischen Truppen landen jetzt ebenfalls in Sizilien

Seit der Antike bis jetzt gibt es Diskussionen über die Motive der Römer, die verschleiert werden in den Quellen, über die Frage, wer der Hauptfeind war (die Griechen in Syrakus, Messina oder von Anfang an Karthago“
Die Vermutung, Rom sei in den Konflikt„hineingeschlittert“, um Syrakus klein zu halten, steht im Zusammenhang mit der Kriegsschuldfrage, muss „bellum iustum“ sein, Ereignisse mussten so dargestellt werden, die römischen Expansionsgelüste spielten sicher eine große Rolle

Syrakus wechselt 263 die Seite, darauf wird es von Rom belagert, muss erneut die Seite wechseln, seither ist Karthago der alleinige Gegner.
Rom erleidet kleine Niederlagen, es erkennt den Bedarf an einer großen Flotte, die schnell gebaut wird und 260 den ersten bedeutenden Seesieg bei Mýlai (bei der Nordostspitze Siziliens in der Nähe von Messina, am Handout 1) erringt, zum ersten Mal kommt die Enterbrücke in großem Stil zum Einsatz, lateinischer Name corvus = Rabe, sie ist befestigt am Bug, schwenkbar und schränkt die Manövrierfähigkeit des gegnerischen Schiffes ein, auch zum Entern verwendet. Der Sieg ist für die römische Moral gut, aber nicht kriegsentscheidend
Der Kriegsverlauf ist wechselhaft
256 landete zum ersten Mal eine römische Armee in Nordafrika, erste Erfolge bei Túnes/Týnes, Rom wird geschlagen, die Römer ziehen sich zurück, auf der Rückfahrt versinkt der Großteil der Flotte im Sturm
40-er Jahre: Stellungskrieg in Westsizilien
2. Hälfte der 40er Jahre: Rom baut eine neue große Flotte und unternimmt große Anstrengungen (Antike Autoren: Frauen opfern Goldschmuck), auch privat, imitieren karthagische Schiffe (Rom gut im Erkennen von technischen Vorteilen, Nachahmen und Umsetzen)
241 vor der Westküste Siziliens bei den Ägytischen Inseln entscheidender römischer Sieg
Friedensvertrag:
hohe Reparationszahlungen: 3200 Talente (x 27 kg = ca. 90.000 kg Silber), davon 1.000 sofort, 2200 in 10 Jahresraten zu bezahlen
Rückgabe aller Kriegsgefangenen ohne Lösegeld
Räumung von Sizilien und allen Inseln zwischen Italien und Sizilien, bedeutete das Ende des karthagischen politischen Einflusses auf Sizilien, der kulturelle blieb teilweise, soferne vorhanden, bis in die römische Zeit hinein erhalten. Sizilien wurde zur ersten römischen Provinz, Verlust Siziliens für Karthago schmerzlichster Punkt im Friedensvertrag, jetzt von römischen Beamten verwaltetes Herrschaftsgebiet, ursprünglich bis 210 war Syrakus autonomer Bundesgenosse, dann ganz Sizilien römische Provinz

Danach war Karthago geschwächt und finanziell belastet, wegen des ausbleibenden Solds kam es zur Krise des großen Söldneraufstands, unter ihnen viele Libyer (klassisches Rekrutierungsgebiet der Karthager), wo ebenfalls ein Aufstand ausbricht „Libyscher Krieg“ 241 - 238
Von Karthago mit letzter Kraft niedergeschlagen, vor allem durch Hamilkar Barkas, der in Sizilien bereits erfolgreich war

Rom hat darauf gewartet, Sizilien war Rom noch nicht genug und marschierte 238 in Sardinien und Korsika (letzteres seit 4. Jahrhundert karthagisch), vertragswidrig, angeblich haben Söldner Rom um Hilfe gebeten, Rom annektiert beide Inseln, die zusammen zur zweiten römischen Provinz werden. Karthago war damals zu schwach, um sich zu wehren, Karthago soll zusätzliche 1.200 Talente zahlen

Rom ist damit Vormacht auf Italien und der vorgelagerten Inselwelt und Großmacht im westlichen Mittelmeerraum

Weitere Konflikte zwischen Rom und Karthago sind absehbar

Nach Verlust von Sizilien und vor allem der metallreichen Inseln Sardinien und Korsika braucht Karthago neue Ressourcen und ein neues Operationsgebiet, da es Geld für Reparationen benötigt

Ausgewählt das teilweise bereits phönikisch-punische Spanien (Gadír…), der Rest wird von relativ wilden iberischen Stämmen bewohnt, die untereinander zerstritten sind, keine andere Großmacht hat dort Interessen
Hamilkar Barkas, punisch Blitz, ein Ehrenname aufgrund seiner Leistungen, seit 238 (Beschluss) Expansion und Eroberungsfeldzüge in Spanien,aus wohlhabenden Adel, mit ihm reisten Hasdrubel, der ihm in Spanien wichtige Dienste leistet und seine 4 Söhne, der älteste ist Hannibal, der damals 9 oder 10 Jahre war. (tatsächlicher Beginn der Expansion und der Feldzüge 237)
In den folgenden Jahren erfolgreich ein Reich in Südostspanien aufgebaut (siehe Handout), „Reich der Barkiden“